zum Inhaltsverzeichnis Herkunft des Namens Ahnen Koglin Koglin in Berlin Lost Daughter

Verbreitung des Namens "Koglin"

In Pommern 1717/1719

Koglin 1717-1719

In der "Blanckenseeschen Hufenklassification" von 1717/1719 kommt der Name Koglin, auch Kugelien, Köglin, Coglin, oder Cogelin geschrieben, in folgenden Orten vor:

Michel Koglin, Bauer in Drawehn, Kreis Köslin
Jacob Koglin, Bauer in Porst, Kreis Köslin
Jacob Koglin, Bauer in Porst, Kreis Köslin
Martin Koglin, Bauer in Porst, Kreis Köslin
Marten Koglin, Bauer in Porst, Kreis Köslin
Marten Koglin, Bauer in Porst, Kreis Köslin
Peter Koglin, Bauer in Porst, Kreis Köslin
Christian Koglin, Kossät in Porst, Kreis Köslin
Michel Kugelin, Halbbauer in Sydow, Kreis Schlawe
Paul Kugelin, Halbbauer in Sydow, Kreis Schlawe
Hanß Kügelien, Halbbauer und Schmied in Sydow, Kreis Schlawe
Paul Kügelien, Kossät in Sydow, Kreis Schlawe
Peter Keglin, Bauer in Drensch, Kreis Neustettin
Andreas Kuglien, Halbbauer in Langen, Kreis Belgard
Hanß Koglin, Kossät in Hohenborn, Kreis Köslin
Christian Koglin, Halbbauer in Kordeshagen, Kreis Köslin

In den Jahren 1717/19 gab es also schon mindestens 14 Koglin-Familien in der Gegend um Bublitz, jedoch nicht in den Kreisen Stolp und Rummelsburg. Vermutlich wohnten auch Koglins in der Stadt Bublitz selbst.

In Pommern zwischen 1890 und 1940

Koglin 1890-1940

In der Pommerndatenbank - einer Auswertung von Adressbüchern aus der Zeit von etwa 1890 bis 1940 - finden sich gegenwärtig 413 Einträge zum Namen Koglin. Da manche Namensträger mehrfach erfaßt wurden, ist die tatsächliche Zahl niedriger anzusetzen; andererseits wurden aber auch Familienmitglieder meist nicht berücksichtigt.
Vergleicht man dieses Bild mit der Verteilung von 1717/19, so fällt zunächst die große Zahl der Vorkommen auf (Beachten Sie bitte, daß hier aus Gründen der Übersichtlichkeit der Punkt, der 1 Person repräsentiert, deutlich kleiner ist). In den Ursprungsdörfern selbst, etwa Porst und Sydow, ist die Anzahl vergleichsweise wenig gestiegen. Unübersehrbar ist der Drang in die Städte, besonders nach Köslin, aber auch nach Belgard, Kolberg, Stargard und Stettin.

In Westpreußen 1772/73

Koglin in Westpreußen 1772

Nach der ersten polnischen Teilung 1772 kam Westpreußen zu Preußen. Friedrich der Große beauftragte den Geheimen Finanzrat Rembert Roden, eine Landesaufnahme dieser Gebiete vorzunehmen, um das preußische Steuersystem einzuführen. Dies geschah in den Jahren 1772/73, wobei nicht jeder einzelnene Bewohner mit Namen erfaßt wurde, sondern nur die Familienvorstände. Die Originale befinden sich im Geheimen Staatsarchiv in Berlin, Abschriften an verschiedenen anderen Orten. Nachfolgende Auszüge aus diesem "Westpreußischen Kontributionskataster" stammen von http://www.odessa3.org/collections/land/wprussia/.

Sophia Koglinin Elsenau, Hammerstein, Kreis Schlochau
Joh. Koglien Wartsch, Amt Danzig
Jacob Koglien Bukowietz, Kreis Schwetz
Chr. Koglin Mlinnik, Lippinken, Kreis Briesen
Chr. Koglin Mlinnik?, Kreis Briesen
Peter Koglien (Kogling) Szcezeplinken, Rheden (Rehwalde), Kreis Graudenz
Peter Koglien Szcezeplinken, Rheden, Kreis Graudenz
Peter Koglin Straßburg
Peter Koglin Malken, Kreis Straßburg
Erdtm. Koglien Sumowo, Kreis Straßburg

Gut 50 Jahre nach der Hufenklassifikation in Pommern gab es 10 Koglin-Familien in Westpreußen. Während die Witwe Koglin und ihre Familie in Elsenau noch in der Nähe der Bublitzer Gegend wohnen, sind die anderen recht weit entfernt. Vermutlich kommen alle aus Pommern; Abwanderungen in neue Siedlungsgebiete im Südosten sind in der frühen Neuzeit nichts Ungewöhnliches. Ursache war die größere persönliche Freiheit der Bauern in Polen. Hierüber gibt es eine umfangreiche Literatur, z.B. Albert Breyer-Sompolno: "Die Herkunft der deutschen Landbevölkerung auf der Kujawischen Seenplatte", Deutsche Monatshefte in Polen, (1934)2.

nach oben   zum Inhaltsverzeichnis