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Die Verkartung der Hufenklassifikation war vor dem Kriege bereits einmal abgeschlossen. Zur Drucklegung ist es aber nicht mehr gekommen - zumindest nicht im vollen Umfang. Die Originale der Hinterpommerschen Klassifikation sind aber glücklicherweise erhalten geblieben und befinden sich im Landesarchiv in Greifswald - 10 Bände mit bis zu 900 Blättern. In dreijähriger Arbeit wurden sie von Mitgliedern des Pommerschen Greifs erneut verkartet und zum Jahresende 2009 veröffentlicht. Weitere Einzelheiten und eine Datenbank mit den wichtigsten Daten rund 16.000 Personen sind dort zu finden.
Dies ist die erste von neun Seiten der Hufenklassifikation des Dorfes Drawehn, Rep. 7a, Bd. 1, Folio 210 ff . Im Jahre 1717 gehörte das Dorf zum Fürstentum Kammin, zuletzt zum Kreis Köslin-Bublitz. Der Text lautet:
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Bublitz
den 13. July 1719 Drawehn
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Von Neulingen in der Familienforschung hört man oft Sätze wie: "Der gehört nicht zu uns, denn wir schreiben uns mit ‚ck'!" Man muß dann immer mühselig erklären, daß die Schreibweise von Familiennamen sich erst ab der Mitte des 19. Jahrhunderts festigte, weil ab dieser Zeit der größte Teil der Bevölkerung lesen und schreiben konnte. Später bemühte sich sogar die preußische Verwaltung um eine Vereinheitlichung, und so findet man um die Jahrhundertwende in den Standesamtsregistern Vermerke wie: "Die Schreibweise des Familiennamens … ist ‚Uick' (nicht ‚Ueck'). Eingetragen auf Anordnung des Königlichen Amtsgerichtes zu ….". Das führte dann dazu, daß man beispielsweise im Kreise Rummelsburg "Kuchenbäcker" schrieb, in Bublitz "Kuchenbecker", aber immerhin nicht mehr "Kockenbecker".
Bei der Hufenklassifikation von Lassehne, Kreis Köslin, am 18. August 1719 wurden die Namen der 12 Bauern notiert; ausnahmsweise gleich dreimal, so daß die unterschiedlichen Schreibweisen studiert werden können. Die erste Spalte enthält die Namen, wie sie der Kommissionsschreiber im Protokoll festgehalten hat. Die Namen der zweiten Spalte stammen aus einer früheren "Regulierung" und sind offenbar von der gleichen Hand abgeschrieben worden. In der letzten Spalte finden wir die Namen in der Handschrift des Pastors.

1. Zeile: Gleich
das ganze Dilemma: Hanß Schantzel oder Schneitzel? Der Pfarrer schreibt eindeutig
Neitzel.
2. Zeile: Wolbrecht? Nein, Vollbrecht. Der Pastor aber meint Vollprecht.
3. Zeile: Holtz oder Holtze macht keinen großen Unterschied. Aber warum steht
in der mittleren Spalte statt Paul Hanß?
4. Zeile: Der Pastor schreibt "Thomas", aber wieso wird aus Maß Marß? Vielleicht
hat er sich zu sehr mit dem römischem Kriegsgott befaßt.
5. Zeile: Hier gibt es nichts Neues. Man beachte aber die Abkürzung von Jochim
in der der ersten Spalte.
6. Zeile: Mews, wieso Maß? Mewes meint der ordentliche Pastor!
7. Zeile: Das hatten
wir schon in Zeile 4.
8. Zeile: Bei Vornamen, die in der Bibel vorkommen, gibt es keine abweichenden
Schreibweisen.
9. Zeile: Das hatten wir schon in Zeile 2.
10. Zeile: Baetsch, nein Bartsch. Der Pastor weiß es besser: Bahrts.
11. Zeile: Marten? Nein, hochdeutsch Martin!
12. Zeile: Man würde Krol lesen, aber der Pastor klärt uns auf: Kropp